Aktuelles

Zwischen Corona-Party und Lebenskrise

Corona: Ein Family Inside

Lesenacht 2019

Workshop zum Thema Geld

Veloflicktag 2019

Workshop mit Kindern lernen

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Zwischen Corona-Party und Lebenskrise

(Beitrag zum Thema Corona)

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und unser komfortabler Alltag basiert meist auf gut abgestimmten Routinen die überraschend fragil sind. Wenn ein paar Teile nicht funktionieren entstehen überall kleine und grosse Probleme, die gelöst werden wollen.

Von daher waren die letzten Monate für alle Eltern eine Umstellung, die aber sehr unterschiedlich empfunden wurden — sowohl zwischen den Familien als auch über die Zeit verteilt. Die Unterschiede zeigten sich in allen drei Hauptbereichen: Arbeit, Schule und Alltag.

Auf Arbeit wurden die Karten neu gemischt. Während vom Büro ins Home-Office gewechselt wurde, mussten andere unter stark verschärften Bedingungen “normal” weiter arbeiteten, viele Arbeitsstellen fielen wiederum komplett weg. Je nach Situation bedeute das zusätzlichen Stress, Unsicherheit oder kompletter Leerlauf.

Auch der Fernunterricht reichte je nach Anzahl, Alter und Wissensstand der Kinder von entspanntem Geplänkel bis hin zu einem stressigen Vollzeitjob. Manche Kinder bevorzugen einen Wochenplan und arbeiten selbstständig an Zielen die sie selbst einteilen können. Andere arbeiten besser mit täglichen Vorgaben und enger Betreuung.

Im Ergebnis kam in manchen Familien geradezu Ferienstimmung auf. Das Loblied auf die Entschleunigung kippte aber mit der Zeit in einen Bore-out um, da es keine Hobbys mehr gab und allen das Dach auf den Kopf fiel. Andere Familien operierten 24h am Anschlag, die Erklärung der Division fand statt, während eine nasse Hose gewechselt und im Hintergrund das Konferenztelefon auf stumm geschaltet wurde. Es gab im Alltag tolle Beispiele von Hilfsbereitschaft aber auch Unverständnis, verschärfte Spannungen, Angst um Angehörige und krude Verschwörungstheorien.

Was hat geholfen? Besseres Essen, weniger Bildschirmzeit, Dankbarkeit für die kleinen Dinge. In den Wald gehen (zum Glück war das Wetter gut). In der Kommunikation Schule-Eltern lieber pragmatische Informationen und konkrete Richtlinien als salbungsvolle Worte wie “Wir schaffen das!”. Es ist gut, dass Lehrern und Kindern oft Flexibilität gelassen wurde, Inhalt, Umfang und Art des Fernunterrichts zu gestalten.

Die vergangenen Monate waren ein kurzfristiger, aufwendiger Feldversuch. Es sollte nun analysiert werden, welcher Fernunterrichts-Ansatz am besten funktioniert hat, für den Lockdown zur nächsten Pandemie. Denn die kommt bestimmt — vielleicht im Herbst, vielleicht erst in 10 Jahren.

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Corona: Ein Family Inside

(Beitrag zum Thema Corona)

“Was ist eigentlich ein Virus Papi und warum heisst es denn Corona?” Bereits im Januar ist unseren Söhnen erstmals aufgefallen, dass die Begriffe Corona, Pandemie und Virus plötzlich Teil unseres Alltags sind.

Bis zu den Skiferien im Februar war für uns als Familie jedoch die Welt noch in Ordnung und erst die Entwicklung in Italien hat es zur Gewissheit werden lassen: Wir werden wohl nicht verschont bleiben von der COVID-19 Pandemie.
Als der Bundesrat am 13. März den Lockdown verkündete, begann auch für uns eine ganz spezielle Zeit: Homeschooling, permanentes Homeoffice, Ladenschliessungen, keine Sportvereine, überall Desinfektionsmittel, Hamsterkäufe, Schlangen vor dem Migros … das war alles neu.

Die Zeit im Lockdown war zwar besorgniserregend und von Unsicherheiten geprägt aber auch irgendwie spannend und aufregend. So war es für unsere Kinder mit Sicherheit ein Paradies auf Erden. Keine Schule, überschaubares Homeschooling, die Eltern waren regelmässig zum Spielen verfügbar, es gab Sonderregelungen für Fernsehen und Gamen und mit den Freunden aus der Betreuung durfte man sich täglich treffen.
Als Eltern waren wir dankbar, dass uns die Lehrpersonen beim Homeschooling mit Wochenplänen und Aufgaben so gut unterstützten. Auch konnten wir uns in der Nachbarschaft organisieren und uns gegenseitig bei der Betreuung der Kinder helfen. So ist der Spagat zwischen Arbeitspensum, Corona bedingter Mehrarbeit und gleichzeitiger Kinderbetreuung sowie Homeschooling gut gelungen.

Unsere wichtigsten Erkenntnisse aus dem Lockdown: Es braucht die schulische Begleitung der Eltern, nichts ist effizienter, als wenn man dem eigenen Kind 1:1 Dinge erklären kann. Das Pensum der Kinder mit Schule, Sportvereine, Musik und Freundeskreis wird unterschätzt. Die Kleinen leben schon fast in einer gleichermassen stressigen Welt wie wir Erwachsenen — weniger ist mehr. Die Corona bedingte reduzierte Geschwindigkeit im Alltag hat uns allen gutgetan, lasst uns alle ein wenig länger daran festhalten.
Eine zweite Welle: Nein Danke.

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Lesenacht 2019

Sie war wieder ein Highlight - die Lesenacht am 08.11.2019. Organisiert durch den Elternrat Isengrind, hatten die Schülerinnen und Schüler der Schule die Möglichkeit an diesem Tag gemeinsam in die Welt vorgetragener Geschichten einzutauchen.

Die Lesenacht wird im Rahmen der Schweizer Erzählnacht durchgeführt, die „zu den grössten Kulturanlässen der Schweiz zählt“ (Zitat Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien). Das Motto in diesem Jahr: „Wir haben auch Rechte“ stand im Zeichen der Kinderrechte. Die vorgetragenen Geschichten liessen dafür viel Raum zur Interpretation.

6. Klässler, Eltern und Lehrer haben sich vorbereitet, um die Kinder mit spannenden Geschichten zu begeistern. Lennox von der 2. Klasse fand die Erzählungen toll. Er und all die anderen Kinder machten es sich in den jeweiligen Räumen gemütlich und lauschten den vielen Geschichten, die vorgetragen wurden. In der Pause genossen alle die traditionelle Buchstaben-Suppe mit Brot und Sirup, die mittlerweile zur Lesenacht gehören, wie der Katzensee zu Affoltern. Danach ging es in die letzte Runde, was insbesondere die älteren Jahrgänge der Schule mit „Ungeduld“ begleiteten. 

Es war ein Abend wundervoller Geschichten, gemeinsamer Erlebnisse und toller Stimmung. Wir danken allen Helfern, die diesen Abend möglich gemacht haben.  Lennox jedenfalls, bedauerte es sehr, dass die Lesenacht zu Ende war.

Die nächste Lesenacht findet am 13. November 2020 statt.

Jonas Lücke

Hier noch ein paar Impressionen der Lesenacht (Klick aufs Bild zum vergrössern).

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Workshop zum Thema:
Wie unterstütze ich mein Kind im Umgang mit Geld?

Wie unterstütze ich mein Kind im Umgang mit Geld? Immer mehr junge Leute tappen in die Schuldenfalle. Am 4. Juni besuchten einige Eltern im Singsaal einen informativen Workshop zu diesem Thema. Die Referentin Marie-Claire Meienberg (Schuldenprävention der Stadt Zürich) und Mara Sprecher gaben Auskunft rund ums Thema Erziehung im Bereich Konsum und Geld.

Der Erwerb von Finanzkompetenz ist genau so wichtig ist, wie der Erwerb von Schreib- und Lesekompetenz. Auch der Umgang mit Konsum muss gelernt werden. Beides beginnt schon im Kindergartenalter. Beim Umgang mit Geld kopieren die Jugendlichen Ihre Eltern. Die Kids müssen lernen, dass Geld begrenzt ist.

Frau Meienberg stellte diverse Fragen zu unserem Konsumverhalten. Wir erfuhren Erstaunliches in Sachen Betreibungen in der Stadt Zürich: Im Jahr 2017 gab es mehr als 100'000 Betreibungen, die Forderungen betrugen mehr als 2.7 Milliarden Franken. Dabei wurden 103 Minderjährige und knapp 3000 Personen zwischen 18-24 Jahren betrieben; letztere Gruppe mit insgesamt 8557 Betreibungen. Diese Zahlen lassen aufhorchen.

Nähere Details zu den Fragen sowie detaillierte Zahlen finden Sie in der Zusammenfassung des Workshops. Besten Dank an Frau Meienberg, welche uns diese Zusammenstellung freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Die Verantwortung in Geldfragen muss Schritt für Schritt abgegeben werden. Vom Taschengeld bis zum Jugendlohn. Die Höhe des Taschengeldes hängt davon ab, wie viel sich die Familie leisten kann und will. Beim Jugendlohn geben die Eltern Verantwortung ab und brauchen Mut Ihren Kindern die Selbständigkeit zuzutrauen.

  • Bringen Sie Ihrem Kind das Warten bei (wurde mehrmals betont).
  • Loben Sie Ihr Kind bei guten (Finanz-) Entscheidungen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind altersangepasst über Geld.
  • Geben Sie Ihre Erfahrungen an die Kinder weiter.
  • Erfüllen Sie Ihrem Kind nicht gleich jeden Wunsch.
  • Machen Sie sich der Rolle des Marketings im Alltag bewusst und erklären Sie dies Ihrem Kind. Studien haben gezeigt: rechnet man alle kommerziellen Anreize zusammen (inkl. Werbung, TV, inkl. Tram, Bus, Internet, Logos) kommen wir auf 15'000 kommerzielle Botschaften pro Tag und Person. Vergessen Sie nicht, dass Werbung häufig auf Kinder ausgerichtet ist. 50% der Eltern geben nach, wenn Kids nach bestimmten Nahrungsmitteln verlangen.

Buchtipp: Geld zu verkaufen (von Lorenz Pauli/empfohlen für Kinder zwischen 6-8 Jahre)
Eltern-Extrabrief: Geld und Konsum im Familienalltag (erhältlich bei Pro Juventute 058 261 61 61)
Elternberatung Pro Juventute
Kurzfilm und Infos über Jugendlohn
Schuldenprävention Stadt Zürich: Auskunft zu Geld und Schulden (anonym und gratis)
Lesenswert und als Download erhältlich:

  • Wirkt Schuldenprävention? Studie der Hochschule Luzern
  • Selbstbestimmt oder manipuliert? (Bericht der Eidg. Kom. für Kinder- und Jugendfragen)
  • Schuldenprävention Zürich: Wie unterstütze ich mein Kind im Umgang mit Geld (Elternbroschüre)

Ein spannender Abend, welcher zum Nachdenken anregte. Beim anschliessenden Apéro wurde angeregt diskutiert. Danke an die Projekt-Gruppe Workshops für die Organisation.

Frau Meienberg hat uns eine Zusammenfassung des Workshops für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.

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Veloflicktag 2019

Das Wetter zeigte sich etwas verregnet, dennoch erschienen am 8. Mai mehrere Dutzend begeisterter Kinder zum beliebten Veloflicktag auf dem Pausenplatz des Schulhauses Im Isengrind.

Sie erhielten einen Velo-Pass und absolvierten Posten. Als erstes wurden die Velos auf ihre Verkehrstauglichkeit geprüft: Bremsen, Rückstrahler, Vorder-/Rücklicht, Glocke, Leuchtpedale, Reifen und Schloss. Ebenfalls wurden die Helme auf den richtigen Sitz kontrolliert und nach Bruchstellen untersucht. Danach konnten die Kinder ihre Velos selber putzen und nötigenfalls aufpumpen.

Die technische tatkräftige Unterstützung erfolgte dieses Jahr durch ein Team von Fahrradbau Stolz. Wenn nötig wurden die Fahrräder professionell repariert. Es wurden Schrauben nachgezogen, Gangschaltungen geprüft, Ketten geölt und sogar Veloschläuche gewechselt und vieles mehr.

Danach durften die Kids unter der Aufsicht des Schulpolizisten Herrn Fäh den beliebten Velo-Parcours absolvieren. Zum Schluss bekamen sie einen feinen Zvieri und durften sich ein Geschenk aussuchen (zur Auswahl standen Leuchtbänder, Rückstrahler, Puzzles sowie diverse kleine Verkehrs-Spiele).

Ein gelungener Tag, an dem wir wieder einmal einige glückliche Kinderaugen erblicken durften. Herzlichen Dank an die freundlichen Mitarbeiter von Fahrradbau Stolz sowie die freiwilligen Helfer vom Elternrat.

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Workshop Mit Kindern lernen

Am 5.2. 2019 fand im Singsaal der Schule der spannende Workshop Mit Kindern lernen statt. Frau Klein hat uns dankenswerterweise die Präsentation für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.

Wenig helfen, richtig helfen.

Am 5. Februar hatten die Eltern die Möglichkeit einen interessanten Workshop der Referentin Frau Rita-Lena Klein, Lernberaterin/Lerncoach zu Besuchen. Der Vortrag basiert auf der Arbeit von Fabian Grolimund, an dessen Akademie sich Frau Klein zum Lerncoach ausbilden liess. Frau Klein ist Mutter von zwei Teenies und auch sie hat zu Hause Konflikte zum Thema Hausaufgaben.

Wir erfuhren, dass 90% der Eltern ihre Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen. Es gibt kein genetisches Programm, welches uns antreibt Mathematik oder Deutsch zu lernen, im Gegensatz zum gehen lernen. Die Motivation zum lernen muss stimmen: gute Noten, Lob, Frage der Energie, Menge, gute Beziehung zur Lehrperson, Klassen-Klima, Wettbewerb und Ehrgeiz: Begabung und Erfahrung sind dabei Zentral. Um Motivation zu erhalten sollten wir folgende Bedürfnisse befriedigen: spannende Lerninhalte, positive Beziehung, Anerkennung (Selbstwert), Kontrolle Kompetenz. Vermeiden müssen wir: Langeweile, Konflikte, Blossstellung, Hilfslosigkeit.

Studien ergaben, dass schlechte Leser in ihrer Freizeit nur ca. 1 Minute pro Tag lesen, durchschnittliche Leser ca. 15 Minuten und gute Leser ca. 90 Minuten. Wollen wir nun schlechte Leser ermutigen, mehr zu lesen ist es zentral, diese bei ihren Leseversuchen nicht mit anderen zu vergleichen, sondern mit ihrem persönlichen Fortschritt. Das Kind zum Beispiel loben: „Vor einem Monat hast Du nur drei Minuten gelesen und heute liest Du schon 10 Minuten“. Das heisst, wir sollen den Einsatz loben und nicht das Resultat. Dies gilt natürlich für alle Fächer.

Richtiges Lob ist wichtig. Häufig werden gute Schüler mehr gelobt, auch wenn sie sich gar nicht anstrengen mussten und schlechte Schüler werden für das mangelhafte Resultat getadelt, auch wenn sie sich extrem angestrengt haben und ein Lob verdient hätten. Frau Klein erzählte uns, dass sie mit ihrer Tochter nach einer und gelungenen Prüfung ein Belohnungs-Eis und nach einer schlechten Prüfung ein Trost-Eis essen geht.

Lob beeinflusst die Arbeitshaltung. Bei einem interessanten Versuch haben Kinder den gleichen Test absolviert. Unabhängig vom Resultat wurden die Kinder der ersten Gruppe gelobt, dass sie Aufgrund Ihrer überragenden Intelligenz sehr gut abgeschnitten hätten, die zweite Gruppe wurde für die grosse Anstrengung gelobt und die letzte Gruppe wurde überhaupt nicht gelobt. Danach hatten die Kinder die Wahl, ob sie einen Test mit schwierigeren Aufgaben lösen wollen oder nicht. 35% der Kinder die wegen ihrer Intelligenz gelobt wurden, lösten diese Aufgaben, bei den Kindern, welche wegen der Anstrengung gelobt wurden waren es 90% und bei der Gruppe, welche nicht gelobt wurde 55%. Der Grund dafür, dass nur wenige der erste Gruppe die schwierigeren Aufgaben lösen wollten, war Versagensangst: „Wenn ich die Aufgabe nicht richtig löse, bin ich nicht intelligent.“ Danach wurde nochmals ein Intelligenztest gemacht, bei welchem die erste Gruppe am schlechtesten und die zweite Gruppe am Besten abschnitt.

Danach erfuhren wir, wie das Lernen motivierend gestaltet und gemeinsam Hausaufgabenpläne erstellt werden können und wie unsere Kinder wirksame Lernstrategien anwenden können. Ein Auszug aus den Tipps: Selbständigkeit fördern und gezielt loben. Belohnung und Anerkennung (Lob oder Handlung, es muss nichts materielles sein), Konflikte reduzieren durch Verständnis zeigen, Motz-Zeit vereinbaren (entweder motzen, oder arbeiten, nicht beides gleichzeitig). Nur helfen, wenn das Kind die Hilfe annimmt: Wenn nicht, das Zimmer verlassen mit dem Satz: „Wenn Du meine Hilfe annehmen willst, kannst Du mich wieder rufen.“ Aufgaben nicht kleinreden, aber ermutigen: „Du schaffst das!“. Wichtig sind auch Pausen, während dem Lernen wegen der Konzentrationsdauer. Nähere Details dazu finden Sie in der Präsentation, welche uns Frau Klein freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Ein spannender Abend, welcher durch einen gemütlichen Apéro abgerundet wurde. Besten Dank an die Projekt-Gruppe „Workshops“ für die Organisation und an die Schule für die Möglichkeit, den Singsaal zu nutzen.