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Mama Hotel - Papa Bank - Vortrag des Pädagogen Kurt KneringerAm Freitagabend, 30. März 2012 fand im Singsaal der Schule Im Isengrind der Vortrag „Mama Hotel, Papa Bank“ des Pädagogen Kurt Kneringer statt. Gut 40 Personen nahmen an diesem aufschlussreichen Vortrag teil.
Im ersten Teil „Mama Hotel“ gab uns Herr Kneringer Tipps, wie wir es vermeiden können, unsere Kinder zu sehr zu verwöhnen, damit sie als Erwachsene selbständig ihr Leben meistern können. Vor allem Mütter (aber nicht nur...) glauben, ihren Kindern 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr einen Top-Service bieten zu müssen. Später wundern sich die Eltern, warum die Kinder nicht ausziehen wollten und Mühe haben, Selbständigkeit zu bekunden. Schon Kleinkinder können und wollen selbständig sein. Sie wollen mithelfen, und wir könnten ihnen meist viel mehr zutrauen, als wir sie dann tun lassen. Dies hat auch mit dem Loslassen können der Eltern zu tun. Herr Kneringer hat dieses Thema mit witzigen Anekdoten aus seiner langjährigen Arbeit mit Eltern und Kindern illustriert. Hier nochmals für alle seine fünf Thesen für Eltern:
1. Je besser es Ihnen geht, desto besser geht es Ihren Kindern
2. Wechseln Sie den Beruf: vom Bildhauer zum Gärtner!
3. Erhalten Sie sich und Ihren Kindern die LEBENSFREUDE
4. Verantwortung stufenweise abgeben
5. Humor in der Erziehung hiesst: kreativ statt repressiv
Im zweiten Teil des Vortrags „Papa Bank“ ging es um Werte. Was können wir mit Geld kaufen und was nicht? Wie können wir unsere Kinder vermehrt auf menschliche Werte sensibilisieren, um sie vor Gefahren wie Konsumsucht oder Verschuldung zu bewahren? Können auch wir Eltern noch auf die Erfüllung eines Wunsches warten? Können wir auf etwas verzichten oder ein „nein“ akzeptieren? Unsere Kinder können dies am besten lernen, wenn wir es ihnen vorleben.
Wichtig ist auch, dass unsere Kinder von uns lernen, was das Leben kostet. Mit Jugendlichen könnte man z. B. ein Budget der Lebenskosten erstellen, oder sie ab und zu zum Lebensmittel einkaufen schicken. Herr Kneringer hat uns auch konkrete Empfehlungen zum Umgang mit Taschengeld gegeben – ein wichtiges Mittel für die Kinder, um den Umgang mit Geld zu lernen.
Nachfolgend Grundsatz und Ziel des Taschengelds:
1. Das Kind lernt ab Schulbeginn mit Geld umzugehen. Es übt Geld einzuteilen und auch zu sparen.
2. Der zuerst wöchentliche, dann monatliche „Freibetrag“ ist unabhängig vom Betragen, von Schulleistungen oder Mithilfe am
gemeinsamen Haushalt. (Die übliche Mithilfe im Haushalt sollte nicht „entlöhnt“ werden).
3. Genau festlegen, wofür das Taschengeld reichen muss (v.a. bei grösseren Kindern, die auch noch Essensgeld, etc. benötigen).
4. Keine Rechenschaft über die Ausgaben verlangen
6.Taschengeld nie als Druck- oder Erziehungsmittel missbrauchen.
Die Beträge richten sich immer nach dem Familienbudget. Die Empfehlung der ASB (Arbeitsgemeinschaft Schweiz.
Budgetberatungsstellen) lautet:
1. Schuljahr 1.— bis 1.50 pro Woche
2. Schuljahr 1.50 bis 2.— pro Woche
3. Schuljahr 2.— bis 3.— pro Woche
4. Schuljahr 3.— bis 4.— pro Woche
5./6. Schuljahr 20.— bis 25.— pro Monat
7./8. Schuljahr 25.— bis 35.— pro Monat
9./10. Schuljahr 35.— bis 50.— pro Monat
Weitergehende Informationen unter: www.budgetberatung.ch, wo Sie Merkblätter finden zum Thema Taschengeld oder wie viel Geld Jugendliche in Ausbildung zuhause abgeben sollten, etc.
Vielen Dank an Herr Kneringer für den informativen und unterhaltsamen Abend.
